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Weltgeschehen und Politik / Antw:Das erwachende Bewußtsein - Eliten haben Angst
« Letzter Beitrag von Hans am 20. Aug. 2018 - 21:26:30 »
Weltpolitik: Empörung nimmt überhand
Veröffentlicht am 20. August 2018 von hraban57
Chaos oder Besinnung aufs Wesentliche?

Die einen nennen es Endzeitstimmung, andere wiederum Weltuntergang oder gar Apokalypse. Auf eines laufen solche Szenarien allesamt hinaus: Die Menschheit erhält ihren Denkzettel, eine Abrechnung für ihre jahrtausendalte Fehlentwicklung, in der sie trotz bestechend erkenntnisreicher Rückschlüsse nicht in der Lage ist, einer machtgierigen kleinen Elite Einhalt zu gebieten.

Kein Wunder, daß eine anwachsende Empörung ihren unaufhaltsamen Lauf nimmt, schier unvorstellbar große Wellen unterwegs in eigener Mission die letzten Revoluzzer hervorbringen, die sich anschicken, das Ruder selbst in die Hand zu nehmen, bevor der Blaue Planet in Schutt und Asche gelegt. Dürfen wir Hoffnung schöpfen, oder ist es bereits ohnehin zu spät?
Das Märchen von der Armut

Es war einmal eine Welt am Rande der Milchstraße, in der gab es von Beginn an ein Paradies für alle Geschöpfe, die auf ihr lebten mit reichlich Platz, einer schier unendlichen Vielfalt an Leben, Nahrung und Licht. Ja, ganz genau: dem Sonnenlicht, der Quelle allen Seins, ohne die ansonsten ewige Kälte herrschen würde.

Und die Sonne erwärmte mit ihren Strahlen sämtliche Tiere, Pflanzen und Mineralien, bis tief hinein in die Gewässer und Erde, das Leben pulsierte deshalb stets vielfältig und konnte sich immer weiterentwickeln. Eines Tages meinte die Schöpfung, sie müsse ein Experiment wagen und den Homo sapiens der Mutter Erde zumuten, in dem festen Glauben, daß dessen Verstand schon erkennen würde, welch glücklicher Ort ihm angeboten.

Anfangs lebte der Mensch zufrieden in gemeinsamer Eintracht miteinander, stets die geistigen Fähigkeiten fördernd, kannte weder Neid noch Mißgunst, trachtete niemals nach Habitus, so daß kein Hunger herrschte sowie Verbrechen aufkamen. Das ging solange gut, bis jemand feststellte, wie simpel er zerstörerisch sich alles nehmen konnte, was er begehrte. Die Zwietracht ward geboren, ein bösartiger Keim, der sich krebszellengleich auszubreiten begann, zunächst ziemlich verborgen, nur gelegentlich bei Wenigen aufflammend.

Mit der Zeit etablierten und entwickelten sich ganze Strategien des Bösen, um der Materie sich zu verpflichten, des Geistes Errungenschaften zu mißachten, stattdessen nach Reichtum zu trachten. Die Armut ward entfacht, des Menschen Kriege erwacht.

Erkennt jetzt den Kern dieser Geschicht’, die nicht nur im Märchen uns Denkende verpflichtet, mit dem Finger aufzuzeigen, inwieweit sie gar zu Morden neigen, nur um dem Mammon zu frönen, sich dadurch an Gewalt wie selbstverständlich zu gewöhnen?
Leise Töne lassen eine Musik erklingen – wir um Frieden ringen

Jedwede Propheterie sich dahingehend bewahrheitet, wobei wir erneut zu Beginn der Endzeit wären, wir nur noch sollten erklären: Lasset leise Töne eine Musik erklingen, in der wir um Frieden ringen, statt Kriege erneut zuzulassen, uns gegenseitig hassen.

Fanatismus hat keinen Platz mehr in den Köpfen kluger Menschen, die begreifen sollten, daß dieser stets neue Formen der Unterdrückung sucht und findet. Durchbrechen wir diesen Kreislauf der Gewalt, der schon viel zu lang durch die Welt erschallt und streben einer Welle des Friedens zu, dann haben wir wieder Ruh!

Lotar Martin Kamm
https://querdenkende.com/2018/08/20/weltpolitik-empoerung-nimmt-ueberhand/
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Weltgeschehen und Politik / Antw:Das erwachende Bewußtsein - Eliten haben Angst
« Letzter Beitrag von Hans am 20. Aug. 2018 - 21:21:56 »
Die oberen Zehntausend
Macht und Einfluss der Eliten bedrohen die Demokratie. Exklusivabdruck aus „Die Abgehobenen“.

https://www.rubikon.news/artikel/die-oberen-zehntausend
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Nachrichtenunterdrückung Juli 2018
Die Redaktionen von ARD und ZDF werden regelmäßig, sowohl von unserer Initiative, als auch von verärgerten Zuschauern, mit Programmbeschwerden zu deren Berichterstattung behelligt. Häufig wird in den Beschwerden bemängelt, dass wichtige Kontextinformationen entweder komplett unterschlagen oder unvollständig vermittelt werden, sodass die korrekte Einordnung politischen Geschehens für Außenstehende erschwert bzw. unmöglich gemacht wird. Wir möchten über die Gründe dieser Unterdrückung von Nachrichten nicht spekulieren, sondern die Unterschlagung von Informationen lediglich für Sie dokumentieren. Schließlich handelt es sich um eine Verletzung der Verpflichtungen aus den Rundfunkstaatsverträgen, unabhängig und umfassend zu informieren.

Weiter: https://publikumskonferenz.de/blog/2018/08/19/nachrichtenunterdrueckung-juli-2018/



Niger – Hofberichte voller Doppelmoral
https://publikumskonferenz.de/blog/2018/08/18/niger-hofberichte-voller-doppelmoral/



Die ARD tagesschau benutzt erneut FakeNews zur Verleumdung und Volksverhetzung gegen Russland
https://propagandaschau.wordpress.com/2018/08/16/die-ard-tagesschau-benutzt-erneut-fakenews-zur-verleumdung-und-volksverhetzung-gegen-russland/



Der Sudeljournalismus
Die ARD verbreitet Fake News gegen China.
https://www.rubikon.news/artikel/der-sudeljournalismus
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Weltgeschehen und Politik / Antw:Wer regiert Deutschland
« Letzter Beitrag von Hans am 20. Aug. 2018 - 21:14:19 »

DFG: Ein Snob-Verein verteilt Milliarden Steuergelder an seine Freunde
von JasminTeam صفاقس‎   

Elitäre Korruption mordet deutsche Kultur

Die DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) ist der heimliche Riese in der deutschen Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft. Sie ist juristisch wie ein Kaninchenzüchterverein als simpler „e.V.“ organisiert, verwaltet aber ca. zwei Milliarden Steuergelder aus dem Forschungsetat des deutschen Staates. Damit entscheiden ihre demokratisch in keinster Weise transparenten, geschweige denn legitimierten Dunkelmänner nicht nur über Karrieren von Wissenschaftlern, sondern auch über Forschung, akademische Inhalte, künftiges Schulwissen und technologische Weichenstellungen. Diese Entscheidungen sind von höchster Tragweite für unser aller Zukunft, aber kaum einer weiß davon wie sie getroffen werden und wen sie begünstigen. Korruption in Reinkultur scheint vorprogrammiert, ein Kritiker und Insider des Wissenschaftsbetriebes, aber Outsider des DFG-Freundeskreises ist Dr.Richard Albrecht.

Weiter:  https://jasminrevolution.wordpress.com/2018/08/20/dfg-ein-snob-verein-verteilt-milliarden-steuergelder-an-seine-freunde/
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Weltgeschehen und Politik / Antw:Kritik an Israel ist nicht erlaubt
« Letzter Beitrag von Hans am 20. Aug. 2018 - 21:10:39 »
Mit der Festnahme von Peter Beinart hat Israel Millionen von Juden zu Staatsfeinden erklärt

Jonathan Cook

Akademiker, Anwälte, Menschenrechtsgruppen, Besatzungsgegner und Boykottverfechter stehen bei der Landung in Israel vor immer schwierigeren Verhören.

Es gibt nur wenige Orte in Israel, an denen der Apartheid-Charakter auffälliger ist als der imposante internationale Flughafen vor den Toren Tel Avivs, benannt nach dem Gründervater des Landes, David Ben Gurion.

Die meisten Flugzeuge, die in Israel landen, müssen vor der Landung über dem Westjordanland kreisen. Unten sind mehr als zwei Millionen Palästinenser, die unter grausamer israelischer Besatzung leben und von der Benutzung des Flughafens ausgeschlossen sind. Stattdessen sind sie auf kapriziöse Entscheidungen von Militärs angewiesen, ob sie eine Landgrenze nach Jordanien überschreiten dürfen.

Sie sind vergleichsweise besser dran als fast zwei Millionen weitere Palästinenser im belagerten Gazastreifen, denen selbst diese minimale Freiheit verweigert wird.

Unterdessen muss eine ähnliche Anzahl von Palästinensern, die vorgeblich als Bürger innerhalb Israels leben, einen Spießrutenlauf durchlaufen, bevor sie einen Flug besteigen können.

Bewaffnete Sicherheitskräfte am Eingang achten auf Hebräisch mit einem arabischen Akzent. Pässe sind mit Barcodes versehen, die demütigende Verhöre, Verspätungen, Leibesvisitationen und Sicherheitsbegleitungen in die Flugzeuge zur Folge haben können.

Die Sicherheit allein hätte niemals die Willkür und Weitläufigkeit dieser jahrzehntelangen Praktiken gegen Israels weitgehend ruhige palästinensische Minderheit rechtfertigen können.

Bei der rassischen Überwachung am Flughafen ging es immer darum, die Palästinenser zu kontrollieren und einzuschüchtern, Informationen über sie zu sammeln und sie zu ghettoisieren. Palästinenser kämpften, um herauszukommen, während Araber und Muslime kämpften, um hineinzukommen.

Aber diese Bemühungen, die Palästinenser "einzusperren", sind in den letzten Jahren fast zwecklos geworden, da die Welt durch die Globalisierung geschrumpft ist. Verhindern Sie, dass ein Palästinenser an einer Konferenz in New York oder Paris teilnimmt, dann wird er stattdessen seinen Vortrag über Skype halten.

Aber die lange Zeit von Palästinensern und Arabern ertragenen Kontrollen werden nun aggressiver gegen andere Arten von Unterstützern gerichtet. Mit weltweit eskalierender Kritik und dem rasanten Wachstum einer internationalen Boykottbewegung wächst der Kreis der Menschen, die Israel "aussperren" will, rasant.

Für Ausländer ist der Flughafen Ben Gurion nicht nur das Tor zu Israel, sondern auch zu den besetzten Gebieten. Er ist der wichtigste Weg, um aus erster Hand die erschreckenden Bedingungen zu sehen, die Israel vielen Millionen Palästinensern auferlegt hat.

Es gibt eine ständig wachsende Liste von Akademikern, Anwälten, Menschenrechtsgruppen, politischen Befürwortern für die Beendigung der Besatzung und Boykottanhängern, die von Israel bei ihrer Ankunft festgenommen und nach ihren politischen Ansichten befragt wurden. Danach wird ihnen die Einreise verweigert oder sie müssen sich aus den besetzten Gebieten fernhalten.

In einer immer stärker vernetzten Welt kann Israel diejenigen identifizieren, die es ausschließen will, indem es einfach Twitter oder Facebook durchkämmt.

Das Problem Israels ist, dass zu den schärfsten Kritikern immer mehr Juden gehören.

Das sollte keine Überraschung sein. Wenn Israel argumentiert, dass es die Juden überall vertritt, könnten einige das Gefühl haben, dass sie das Recht haben, ihre Stimme aus Protest zu erheben. Jüngste Umfragen deuten darauf hin, dass sich eine ideologische Kluft zwischen Israel und vielen der Juden in Übersee öffnet, für die zu sprechen es beansprucht.

Das jüngste Opfer der politischen Profilierung Israels ist Peter Beinart, ein prominenter amerikanisch-jüdischer Kommentator. Er erscheint regelmäßig auf CNN, schreibt für renommierte US-Publikationen und ist Kolumnist der jüdischen Wochenzeitung Forward.

Letzte Woche berichtete Herr Beinart, dass er bei der Landung auf Ben Gurion festgenommen, von seiner Frau und seinen Kindern getrennt und eine Stunde lang "über meine politischen Aktivitäten" verhört wurde. Nach wiederholten Zusicherungen, dass er einfach eine Bar-Mitzvah besuchen wollte, ließen ihn die Beamten einreisen.

Herr Beinart ist kein Noam Chomsky oder Norman Finkelstein, dissidente jüdische Denker, die die israelische Politik scharf kritisiert haben - und denen deshalb der Zutritt verweigert wurde.

Seine Ansichten spiegeln die vieler liberaler amerikanischer Juden wider, die nicht länger bereit sind, die Augen vor Israels systematischen Übergriffen auf Palästinenser zu verschließen. Als Israel ihn festnahm, erklärte es effektiv, dass es nicht mehr Millionen von Juden in Übersee vertritt. Es machte deutlich, dass die Kernbotschaft des Zionismus - dass Israel als Zufluchtsort für alle Juden geschaffen wurde - nicht mehr stimmt.

Die rechte Regierung von Premierminister Benjamin Netanjahu will von den Juden in Übersee Loyalität - öffentliche Unterstützung, Spenden, Lobbyarbeit bei nationalen Regierungen - aber nicht ihre Meinung.

Außerdem will das Israel des Herrn Netanjahu, dass die Juden eingeteilt werden, wobei Israel bestimmt, welche Juden als gut und welche als schlecht gelten. Das Maß ihrer Tugend ist nicht mehr ihre Unterstützung für einen jüdischen Staat, sondern blinde Treue zur Besatzung und einem Groß-Israel, das über Palästinenser herrscht.

Diese Kluft wird auch innerhalb Israels immer deutlicher, da immer mehr dissidente israelische Juden berichten, dass sie bei der Landung in Ben Gurion zur Befragung beiseite geschoben wurden. Sie werden ausdrücklich vor politischem Aktivismus gewarnt, in einem Umfeld, das den Eindruck erwecken soll, dass ihre fortgesetzte Staatsbürgerschaft nicht als selbstverständlich angesehen werden sollte.

Nach einem Aufschrei über Herrn Beinarts Inhaftierung entschuldigte sich Netanyahu formell und nannte seine Behandlung einen "Verwaltungsfehler".

Nur wenige glauben ihm. Die liberale Tageszeitung Haaretz nannte es den jüngsten "systematischen Fehler". Die Zeitung argumentierte, dass Israel in der "besten Tradition umnachteter Regime" "schwarze Listen aufgestellt habe, um die Kritik zum Schweigen zu bringen und diejenigen einzuschüchtern, die sich nicht an die Linie halten".

Sicherlich haben die aktuellen Befragungen und Mobbing - und zwar nicht, wenn sich die Passagiere auf einen Flug vorbereiten, sondern wenn sie in Israel ankommen - wenig mit Sicherheit zu tun, ebenso wenig, wie wenn Palästinenser und andere Araber am Flughafen schikaniert werden.

Vielmehr möchte Herr Netanjahu eine laute Botschaft an fortschrittliche Juden in Israel und im Ausland senden: "Du wirst nicht länger automatisch als Teil des zionistischen Projekts betrachtet. Wir werden beurteilen, ob du Freund oder Feind bist."

Das soll einen abschreckenden Effekt auf progressive Juden haben und die Botschaft aussenden, dass sie, wenn sie eine Familie in Israel besuchen oder an einer Hochzeit, Beerdigung oder einer Bar-Mitzvah teilnehmen wollen, loyal bleiben oder schweigen sollten. Von nun an müssen sie verstehen, dass sie auf Social Media überwacht werden.

Das sind nur die Eröffnungssalven im Krieg der israelischen Rechten gegen den jüdischen Dissens. Es ist ein Hang, der für liberale Juden immer rutschiger werden wird.
http://www.antikrieg.eu/aktuell/2018_08_19_mitder.htm
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Weltgeschehen und Politik / Antw:Frau Merkel ist nicht meine Kanzlerin!
« Letzter Beitrag von Hans am 20. Aug. 2018 - 21:04:51 »
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Brücke in Genua: Privatisierung tötet – doch die Medien warnen vor „Schuldzuweisung“
Veröffentlicht in: Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Markt und Staat, Medienkritik, Privatisierung, Verkehrspolitik

Das Unglück von Genua hätte eine Steilvorlage für kritischen Journalismus sein können. Stattdessen nehmen die großen europäischen Medien die private Betreiberfirma der Brücke in Schutz – denn auf das Prinzip der Privatisierung soll kein schlechtes Licht fallen. Von Tobias Riegel.

Es gibt kein einziges Beispiel für eine positiv verlaufene Privatisierung öffentlicher Güter, seien dies Infrastruktur-Projekte wie Brücken, Autobahnen oder Bahntrassen oder seien dies Dienstleistungen in der Verwaltung oder in der Krankenversorgung. Im Gegenteil: Der allgemeine Begriff Privatisierung kann schnell und erbarmungslos auf den Alltag durchschlagen – der Zusammenbruch der privat betriebenen Brücke in Genua symbolisiert das auf schockierende Weise. Hier wird den Menschen die tödliche Folge eines Rückzugs des Staates schonungslos vor Augen geführt. Weil der Brücken-Einsturz neben dem individuellen Leid das prinzipielle Problem der Privatisierung beleuchtet, wettern viele Medien nun gegen eine „Schuldzuweisung“ in Richtung der privaten Betreibergesellschaft.

Naturgemäß fordern die großen europäischen Medien nun keine öffentliche Zurückeroberung von privatisierten Bereichen – die Berichterstattung hat das gegenteilige Ziel: Aus der Katastrophe sollen keine „falschen“ Schlussfolgerungen gezogen werden, also solche, die sich gegen Privatisierungen richten. Und so läuft eine Medien-Kampagne gegen „populistische“ Kritik an den Brücken-Betreibern und gegen ein „altes Spiel der Schuldzuweisungen“, wie etwa die belgische Zeitung „De Tijd“ kommentiert:

    „Die Katastrophe von Genua gibt ihr (der italienischen Regierung) nun Gelegenheit, sich zu beweisen. Aber die Art und Weise, auf die sie die Schuld so weit wie möglich von sich weist und schnell Sündenböcke präsentiert, die in ihr ideologisches Schema passen, verheißt nichts Gutes. Das Land braucht eine neue Dynamik und nicht das alte Spiel der Schuldzuweisungen, um vor allem selbst nichts tun zu müssen.“

Dieser Tenor zieht sich durch zahlreiche europäische Medien, stellvertretend schreibt etwa die „Tagesschau“: „Die Schuldzuweisungen haben längst begonnen“ und: „Der Grund für den Brückeneinsturz in Genua ist noch unklar, doch die Regierung hat die Schuldigen bereits ausgemacht: den Autobahnbetreiber.“

„Populisten“ betreiben „Vorverurteilung“

Die „Hessische Allgemeine“ findet: “Es ist der Tag der Reflexe- und damit der viel zu schnellen, vorverurteilenden Festlegungen von Schuldigen.“ Und auch die Nachrichtenagentur dpa ist empört: „Mitglieder der neuen populistischen Regierung machten am Mittwoch den privaten Betreiber der Autobahn für das Unglück verantwortlich.“ Man fragt sich jedoch, wer sonst verantwortlich sein sollte. Die Verantwortung – auch die einer befriedigenden Aufklärung – liegt beim Betreiber. Vor einem Gerichtsurteil kann nicht von Schuld gesprochen werden. Doch dass die Betreiber der Brücke ein sehr begründeter Anfangsverdacht trifft, ist offensichtlich.

Im konkreten Fall handelt es sich denn auch weniger um „prompte Schuldzuweisungen“, wie es auch vom ZDF formuliert wird. Eher geht es um die Feststellung der Verantwortung einer die Brücke verwaltenden Betreiberfirma – einer Verantwortung, die kaum ernsthaft bestritten werden kann. Lehnt man diese Verantwortung dennoch ab, so führt man „höhere Gewalt“ ins Feld – eine Argumentation, die Staatsanwalt Francesco Cozzi bereits analysiert hat: “Aber von höherer Gewalt zu sprechen bei einem von Menschenhand geschaffenen Bauwerk, bei dem offenbar Instandhaltungsarbeiten im Gange waren und andere schon abgeschlossen waren – das scheint mir nicht angemessen.“

Die Berichterstattung und die Parteinahme für die private Baufirma ist auch wegen des heuchlerischen Anteils aufreizend. Es bracht nicht viel Fantasie, um sich auszumalen, wie über ein Unglück eines staatlichen russischen oder auch portugiesischen Bahnbetreibers berichtet würde: Es würde festgestellt, dass „der Staat eben doch nicht der bessere Unternehmer“ ist. Eventuelle Verweise auf durchgeführte Kontrollen würden als Schutzbehauptungen albklassifiziert. Es würden Listen mit durch staatliches Versagen verursachten Unglücken erstellt. In all diesen Punkten verhalten sich die großen europäischen Medien im Fall Genua gegenteilig.

Desaströse Privatisierungen? Kein Thema für die Medien

Dabei hätte das Unglück eine Steilvorlage für investigativen Journalismus sein können. Die Medien könnten auffächern, wie desaströs sämtliche Privatisierungs-Projekte gescheitert sind – sei es beim britischen Eisenbahn-System, beim Berliner Wasser oder in zahllosen weiteren europäischen Infrastruktur-Bereichen. Am Beispiel der deutschen Autobahnen hat Werner Rügemer gerade auf den NachDenkSeiten ein solches „lukratives Desaster“ beschrieben.

Zwei weitere Aspekte werden in der Berichterstattung über Genua verzerrt: Zum einen die „Regulierungswut“ in Deutschland, zum anderen der Anteil der EU an kaputt gesparter Infrastruktur. Laut Äußerungen des italienischen Innenministers Matteo Salvini untergraben die europäischen Vorgaben zum Haushaltsdefizit die Sicherheit des Landes. Geld, das für die Sicherheit ausgegeben werde, dürfe „nicht nach den strengen (…) Regeln berechnet werden, die Europa uns auferlegt“, sagte der Politiker am Mittwoch dem Sender Radio24. „Immer muss man um Erlaubnis fragen, um Geld auszugeben“, prangerte er an. Davon dürfe aber nicht die Sicherheit auf den Straßen, bei der Arbeit und in den Schulen abhängen.

„Regulierungswut“ und „German Angst“

Die „Badische Zeitung“ bezeichnet stellvertretend für viele Medien diese „Ausfälle des italienischen Innenministers gegen die EU” als „pietätlos und inhaltlich unhaltbar”. Die Zeitung fährt fort: „Aber das ist das Spiel von Populisten, Schuld und Verantwortung bei anderen abzuladen.“ Worin die Schuld der gerade erst angetretenen „Populisten“ am Einsturz der Brücke bestehen soll, bleibt das Geheimnis der Journalisten. Zu bestreiten, dass der brutale Sparkurs der EU zur Vernachlässigung der Infrastruktur in den südlichen Ländern Europas führt, ist grotesk.

Die „Mittelbayerische Zeitung“ bringt zu guter Letzt ein kleines Kunststück fertig: Sie macht die deutsche „Regulierungswut“ und die „German Angst“ lächerlich, bezeichnet dann aber beides als Voraussetzungen für einen sicheren Alltag: „In der Heimat der weltberühmten ‚German Angst‘ ist sie unausweichlich: Kaum stürzt in Italien eine Brücke ein, verfällt Deutschland in panische Sorge. Wie sicher sind unsere Brücken? Kann man noch ohne Angst um sein Leben Täler und Flüsse überqueren? Die gute Nachricht: Ja, man kann. Die so oft kritisierte Regelungswut der Behörden sorgt für regelmäßige Überprüfung und rechtzeitige Sperrung von gefährlichen Bauwerken.“
https://www.nachdenkseiten.de/?p=45504
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Weltgeschehen und Politik / Antw:Wacht auf, Ihr Trottel dieser Erde...
« Letzter Beitrag von Hans am 17. Aug. 2018 - 22:43:12 »
Von der "Bedrohung" zur Wertanlage: Soros kauft jetzt Social-Media-Aktien
Monate nachdem der umstrittene Milliardär George Soros soziale Medien als "Bedrohung der Gesellschaft" bezeichnet hat, investiert er wieder in Facebook, Twitter sowie die Streaming-Dienste Spotify und Pandora, während er die Bestände seiner Google-Anteile reduziert.

Nachdem Hedgefonds diese Woche ihre Quartalsberichte bei den Aufsichtsbehörden eingereicht haben, stellte sich heraus, dass Soros Fund Management LLC wieder einmal in Facebook investiert. Der Fonds hat auch Anteile an Twitter und den beiden Streaming-Plattformen Spotify und Pandora erworben, während er einige Aktien der Google-Muttergesellschaft Alphabet Inc. und von Amazon.com verkauft hat.
Mehr lesen:George Soros: Moskau hat Krimbewohnern Staatsbürgerschaft aufgezwungen

Die Nachricht von Soros' Aktiengeschäften erscheint jenen Kreisen, die Soros seit langem als Feind der Urheberrechte betrachten, verdächtig.

Die Aktienkurse von Facebook und Twitter stiegen zu der Zeit, als Soros die Käufe im Juni tätigte, obwohl beide Ende Juli wegen enttäuschender Gewinnmeldungen einen Einbruch erlitten. Die Kurse von Pandora und Spotify bescherten im Vergleich dazu stabiles Wachstum.

Noch vor wenigen Monaten nannte Soros Social-Media-Unternehmen eine "Bedrohung für die Gesellschaft" und prangerte Facebook und Google an, weil sie Nutzer getäuscht hätten, indem sie "ihre Aufmerksamkeit manipulierten und auf ihre eigenen kommerziellen Zwecke richteten".

Er verglich Social-Media-Plattformen auch mit Casinos, die Kunden dazu verleiteten, ihr gesamtes Geld zu verspielen.

"Etwas sehr Schädliches und vielleicht Unumkehrbares geschieht mit der menschlichen Aufmerksamkeit in unserem digitalen Zeitalter", so Soros noch auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar dieses Jahres. Social-Media-Unternehmen "bringen die Menschen dazu, ihre Autonomie aufzugeben", während die Macht, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu gestalten, "sich zunehmend in den Händen einiger weniger Unternehmen konzentriert", fügte er hinzu.

Soros Fund Management soll im November 2017 300.000 Facebook-Aktien verkauft haben.

Der in Ungarn geborene Milliardär machte sein Vermögen mit Währungsspekulationen. So hat er durch Spekulationen mit dem Britischen Pfund im Jahr 1992 etwa eine Milliarde US-Dollar verdient. Er ist bekannt dafür, ein Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen zu finanzieren, die sich für Anliegen in den USA und in der ganzen Welt einsetzen.
https://deutsch.rt.com/international/74600-von-bedrohung-zur-wertanlage-soros-kauft-jetzt-social-media-aktien/
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ZDF-Journalistin Dunja Hayali: Werbeauftritte für Glückspielautomaten, Pharmabranche und Amazon
"Journalismus auf der Bühne" oder PR-Nebentätigkeit: Dunja Hayali im Einsatz für die Automatenindustrie

Prominente Gesichter von ARD und ZDF, die privat lukrativen Nebentätigkeiten nachgehen, sind kein neues Phänomen. Aktuell greift das NDR-Medienmagazin "Zapp" die Nebentätigkeiten von ZDF-Aushängeschild Dunja Hayali auf, die fleißig Jobs für die Wirtschaft annimmt, u.a. für die Deutsche Automatenwirtschaft, den Pharmakonzern Novartis oder Amazon. Hayali selbst sieht darin kein Problem. Ihr Journalismus sei "auf der Bühne" genauso kritisch wie im TV, meint sie.

“Meine erste Reaktion war: Das machst du auf gar keinen Fall. Meine zweite Reaktion war: Das machst du auf gar keinen Fall.” Mit diesen Worten beginnt Dunja Hayali im “Zapp”-Beitrag ihren Auftritt bei der Deutschen Automatenindustrie. Gemacht hat sie es dann doch, weil sie sich “den eigenen Vorurteilen stellen” wollte. Völlig überraschend kam die ZDF-Journalistin dann zum Schluss, dass sich in der Automatenbranche sehr viel Positives getan hat und diese nun gar nicht mehr so schmuddelig sei. Mit entsprechenden Hayali-Statements werben Verbands-Medien der Automaten-Industrie, wie “Zapp” dokumentiert.

Hayali selbst sieht in ihren Engagements für die Wirtschaft kein Problem. Gegenüber “Zapp” sagt sie: “Ich sehe für meine Person keinen Interessenskonflikt, so lange ich auf der Bühne bei jeder Fachtagung, bei jedem Fachkongress das tue, was ich auch sonst tue: kritischen Journalismus, unabhängig, fair, respektvoll, den Finger in die Wunde legend.” Und später: “Ich bin nicht käuflich.” Das Honorar für den Auftritt bei der Automatenindustrie habe sie gespendet.

“Zapp” zitiert dann noch den Journalismus-Professor Volker Lilienthal. Der erklärt, dass es selbstverständlich kein Journalismus ist, wenn man bezahlt auf einer Industrieveranstaltung auftritt und in vorgegebenem Rahmen mit vorgegebenen Gesprächspartnern spricht. Eigentlich erstaunlich, dass Hayali da nicht selbst drauf kommt. Weitere Auftraggeber Hayalis in jüngerer Zeit waren laut “Zapp”: der Pharmakonzern Novartis, BMW, der Deutsche Beamtenbund, die Deutschen Stahlindustrie, die Amazon Academy und der Deutscher Handelskongress. Es kommt einiges zusammen. Die Firmen und Verbände werben auf eigenen Homepages und in Veröffentlichungen mit der prominenten ZDF-Frau, die vor kurzem für ihr Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde.

Hayali ist beim ZDF als freie Mitarbeiterin beschäftigt, darf solche Nebentätigkeiten also prinzipiell  annehmen. Als sendungsprägendes Gesicht muss sie diese Job beim ZDF allerdings in der Regel angeben. In der Vergangenheit gab es immer mal wieder Ärger wegen Nebentätigkeiten von bekannten TV-Gesichtern. Die “Tagesschau”-Sprecherin Judith Rakers geriet mal in die Kritik, weil sie Werbung für McDonald’s machte. Ihr Kollege Jan Hofer  trat schon mal bei einer Betriebsfeier des deutschen “Automatenkönigs” Gauselmann auf.

Dunja Hayali gehört beim ZDF zum festen Moderationsteam des “Morgenmagazins”. Außerdem hat sie beim Zweiten eine eigene Talkshow unter ihrem Namen.
https://meedia.de/2018/08/16/zdf-journalistin-dunja-hayali-werbeauftritte-fuer-glueckspielautomaten-pharmabranche-und-amazon/
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Weltgeschehen und Politik / Antw:Stoppt die Zionisten! Hände weg vom Iran!
« Letzter Beitrag von Hans am 17. Aug. 2018 - 22:32:04 »
Golfkrieg gegen China
17.08.2018

TEHERAN/BERLIN (Eigener Bericht) - Deutsche Außenpolitikexperten halten einen Krieg gegen Iran zur Verhinderung chinesischer Einflussgewinne am Persischen Golf für denkbar. Hintergrund ist, dass die US-Sanktionen gegen Teheran wieder in Kraft gesetzt werden; das führt dazu, dass die überwiegende Mehrheit auch der in Iran tätigen deutschen Unternehmen das Land verlässt. Von Berlin und der EU angekündigte Maßnahmen, die dies verhindern sollen, bleiben wirkungslos; sogar die Deutsche Bundesbank hebelt iranische Bemühungen, wenigstens ein Mindestmaß an bilateralem Zahlungsverkehr zu bewahren, aus. Damit steht zu erwarten, dass China, das bereits während der ersten Runde der Sanktionen gegen Iran zu dessen größtem Handelspartner aufsteigen konnte, seine Marktdominanz in dem Land noch weiter steigern wird. Im Rahmen der "Neuen Seidenstraße" ist die Volksrepublik inzwischen dabei, den Transportkorridor nach Iran systematisch auszubauen. Experten urteilen, ein dominanter chinesischer Einfluss in dem Land lasse sich nur noch mit Gewalt verhindern.
Rückzug aus Iran

Weil die Vereinigten Staaten ihre Sanktionen gegen Iran zum 6. August teilweise wieder in Kraft gesetzt haben und die restlichen zum 6. November aktivieren wollen, ziehen sich immer mehr Firmen aus der EU, darunter insbesondere auch deutsche, aus dem Iran-Geschäft zurück. Wie die Deutsche Bahn gestern mitteilte, wird sie ihre Projekte in dem Land im August bzw. im September beenden. Ebenfalls gestern hat die Deutsche Telekom bekanntgegeben, T-Systems habe die dortige Tätigkeit bereits im Mai eingestellt.[1] Schon zuvor hatten diverse deutsche Unternehmen ihre Aktivitäten in dem Land gestoppt, darunter Daimler, Siemens, Wintershall, Merck, Würth, Herrenknecht und der Maschinenbauer Dürr. Die Begründung ist jeweils die gleiche: Das US-Geschäft der betreffenden Firmen ist weitaus ertragreicher als die Tätigkeit in Iran. Tatsächlich beläuft sich das Handelsvolumen der EU mit den Vereinigten Staaten auf erheblich mehr als 600 Milliarden Euro, während das Handelsvolumen mit Iran sich nur auf 20 Milliarden Euro beläuft. Hinzu kommen Finanzierungsprobleme, weil europäische und nordamerikanische Großbanken sämtliche Aktivitäten in Iran eingestellt haben. Nur wenige Unternehmen bleiben dem Land treu - sie haben keine Verbindlichkeiten in den USA.
Ins Leere gelaufen

Bemühungen der Bundesregierung und der EU, den Abzug europäischer Unternehmen aus Iran zu stoppen, laufen bislang ins Leere. Hintergrund der Bestrebungen ist nicht nur die Absicht, den iranischen Markt für die eigenen Konzerne offenzuhalten; deutsche Wirtschaftskreise hatten kurz nach dem Abschluss des Atomabkommens mit Iran mittelfristig auf ein Handelsvolumen in zweistelliger Milliardenhöhe spekuliert und sich entsprechende Profite erhofft.[2] Berlin und Brüssel geht es im aktuellen Streit um die Aktivierung der US-Sanktionen allerdings auch darum, eine eigenständige Mittelostpolitik gegen Washington durchzusetzen; während die USA sich mit Saudi-Arabien zusammentun, um in Iran eine kollaborationswillige Regierung an die Macht zu bringen, sucht die EU ein labiles, von außen steuerbares Gleichgewicht zwischen Riad und Teheran zu installieren (german-foreign-policy.com berichtete [3]). Um seinem Ziel näherzukommen, hat Brüssel nun die "Blocking"-Verordnung 2271/1996 reaktiviert, die es allen Firmen aus den EU-Mitgliedstaaten untersagt, die US-Sanktionen einzuhalten. Praktisch ist die Verordnung jedoch wirkungslos: Sie schafft keine Option, Schäden aus sanktionsbedingt erlittenen Verlusten im US-Geschäft zu ersetzen; EU-Unternehmen ziehen es deshalb vor, ihr einfach nicht Folge zu leisten. Ihren Rückzug aus dem Iran begründen viele von ihnen deshalb formal mit angeblich unerfüllten Profithoffnungen; damit kann die "Blocking"-Verordnung auf sie nicht angewandt werden.
Neue Geschäftsbedingungen

Tatsächlich weicht den US-Sanktionsdrohungen sogar die Deutsche Bundesbank. Vor kurzem hatte die auf das Iran-Geschäft spezialisierte Europäisch-Iranische Handelsbank (EIHB) mit Sitz in Hamburg beantragt, rund 300 Millionen Euro vor dem Inkrafttreten der Sanktionen in bar abheben zu dürfen; Ziel sei es, hieß es dazu, iranischen Staatsbürgern Euro-Bargeld zukommen lassen zu können, da sie bei Auslandsreisen in Ermangelung anerkannter Kreditkarten Scheine und Münzen nutzen müssten. Nach geltender Gesetzeslage wäre die Bitte der EIHB problemlos zu realisieren gewesen. Dennoch hieß es, der iranische Antrag bringe die Bundesbank in eine "Zwickmühle" - sie sei schließlich dringend auf eine enge Kooperation mit der US-Notenbank Federal Reserve ("Fed") angewiesen. Um die EIHB abweisen zu können, hat die Bundesbank jetzt binnen kürzester Frist ihre Geschäftsbedingungen geändert. Demnach kann ab sofort die "drohende Beendigung von wichtigen Beziehungen zu Zentralbanken und Finanzinstitutionen dritter Länder" ein Grund für die Ablehnung von Bargeldgeschäften sein.[4] Dass die Bundesregierung die Bundesbank, die faktisch den US-Sanktionen Folge leistet, wegen Verstoßes gegen die EU-"Blocking"-Verordnung 2271/1996 zur Rechenschaft ziehen könnte, kann freilich als ausgeschlossen gelten.
Chinas Chance

Mit dem umfassenden Rückzug von Unternehmen aus Deutschland und mutmaßlich allen anderen EU-Staaten entsteht in Iran eine Lücke, in die nun China vorstoßen könnte. Der Volksrepublik ist es bereits in den Jahren der Obama'schen Iran-Sanktionen gelungen, ihren Marktanteil in Iran deutlich zu vergrößern; sie ist damals zum mit Abstand größten Handelspartner des Landes aufgestiegen, stellt 24,6 Prozent der iranischen Importe (vor den Vereinigten Arabischen Emiraten mit 14,7 Prozent) und kauft 30,2 Prozent aller iranischen Exporte (vor Indien mit 16,8 Prozent). Zudem ist sie mittlerweile, wie die bundeseigene Wirtschaftsagentur Germany Trade & Invest (GTAI) berichtet, "auch der größte ausländische Investor" in Iran. Allein die China Exim Bank habe dort "26 Projekte im Wert von 8,5 Milliarden US-Dollar finanziert".[5] Hinzu komme, dass die Volksrepublik ihre Aktivitäten in der iranischen Erdöl- und Erdgasförderung stark ausgeweitet habe. Ihr Anteil wird sich weiter vergrößern: Die französische Total hat angekündigt, sich aus der milliardenschweren Entwicklung des attraktiven Erdgasprojekts South Pars 11 zurückzuziehen; laut aktuellen Berichten wird CNPC (China National Petroleum Corporation) die Anteile übernehmen. Darüber hinaus baut Beijing im Rahmen der "Neuen Seidenstraße" ("One Belt, One Road", OBOR) die Verkehrskorridore nach Iran und weiter in Richtung Türkei in hohem Tempo aus. Erst kürzlich ist eine neue Schienentransportverbindung zwischen den beiden Ländern eingeweiht worden (german-foreign-policy.com berichtete [6]). Die Arbeiten werden fortgesetzt.
Ein Strich durch Beijings Rechnung

Unklar ist, wie die westlichen Mächte reagieren werden, sollte es den Vereinigten Staaten nicht gelingen, den erhofften raschen Zusammenbruch der iranischen Regierung herbeizuführen und sie durch kollaborationswillige, prowestliche Kräfte zu ersetzen. Eine chinesische Marktdominanz in Iran und ein erheblich gesteigerter Einfluss Beijings in Teheran wären in diesem Fall sehr wahrscheinlich. Komme es dazu, dann "werden die USA voraussichtlich Präventivschläge [!] gegen den Iran durchführen", heißt es in einer aktuellen Analyse der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP).[7] Auf diese Weise könnten "Trump und seine Berater nicht nur Irans Nuklearoption verhindern und Regionalmachtambitionen begegnen, sondern auch China einen Strich durch seine geopolitische Rechnung machen"; denn "ein Krieg würde es dem Rivalen China erschweren, dringend benötigte Rohstoffe" aus Iran zu beziehen und dort "weiteren Einfluss zu gewinnen". "Politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger in Deutschland und Europa sollten sich darauf einstellen", rät die DGAP, "dass notfalls militärische Präventivschläge gegen den Iran unter anderem auch verhindern können, dass China einmal mehr Nutznießer westlicher Sanktionen ist".

 

[1] Geschäfte im Iran: Bahn und Telekom lassen Projekte auslaufen. handelsblatt.com 16.08.2018.

[2] S. dazu Wettlauf ums Iran-Geschäft.

[3] S. dazu Eine neue Ära in Mittelost (III).

[4] Irans Bargeldwunsch steht vor dem Aus. Frankfurter Allgemeine Zeitung 02.08.2018.

[5] Manfred Tilz: China baut dominante Position in Iran weiter aus. gtai.de 26.06.2018.

[6] S. dazu Deutschlands Prioritäten.

[7] Josef Braml: Russland auf Partnersuche im Osten: US-Sanktionen verfehlen ihr Ziel. DGAPkompakt Nr. 13. Juli 2018.
https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/7690/
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