Autor Thema: Die wissenschaftliche Vernichtung des Denkens  (Gelesen 818 mal)

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Offline Andros

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Die wissenschaftliche Vernichtung des Denkens
« am: 16. Jun. 2010 - 19:54:24 »
Die bizarren Visionen des Bertrand Russel Teil 1

Die bizarren Visionen des Bertrand Russel Teil2
Alan Watt zitiert aus zwei Büchern von B. Russel: "The Impact of Science on Society" und "A Scientific Outlook"

Online Hans

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Antw:Die wissenschaftliche Vernichtung des Denkens
« Antwort #1 am: 8. Mai. 2017 - 19:52:30 »
Vom Aberglauben zum Wissenschaftsglauben
Opportunistische Rebellion gegen Wissenschaft
Inhaltsverzeichnis

    Vom Aberglauben zum Wissenschaftsglauben
    Die Dialektik der Aufklärung
    Aufklärung und Herrschaft
    Opportunistische Rebellion gegen Wissenschaft

Es ist insofern klar, was das spätkapitalistische Ressentiment gegen die Wissenschaft antreibt. Es ist eine reaktionäre, opportunistische Rebellion gegen die wissenschaftlichen Mittel kapitalistischer Herrschaft, da der irrationale Selbstzweck nicht kritisiert werden darf. Das Kapital kann eigentlich nicht mehr infrage gestellt werden. Das Kapitalverhältnis ist ideologisch längst zur "natürlichen Ordnung" sedimentiert, die durchzusetzen die Aufklärung propagierte - während seine Widersprüche zuverlässig externalisiert oder personifiziert werden. Dies geschieht zumeist durch die Präsentation von Sündenböcken.

Der Hass vieler Trump-Anhänger gegen den Wissenschaftsbetrieb wird somit nicht nur durch entsprechende Wirtschaftslobbys - etwa der Klimaleugner - angefacht, er resultiert auch aus den unverstandenen alltäglichen Erfahrungen, wenn etwa neue wissenschaftliche Innovationen Arbeitsplätze vernichten. Die Absurdität einer anachronistischen Gesellschaftsformation, in der zunehmende Effizienz zu zunehmendem Elend führt, wird von der populistischen Anhängerschaft Trumps nicht erkannt. Stattdessen setzt eine Art postmoderner Maschinensturm-Mentalität ein, in der sich Wissenschaftshass mit dem reaktionären Wunsch nach Reindustrialisierung, nach einer Rückkehr in die gute alte Industriegesellschaft paart.

Der Hass auf die Wissenschaft, das ist letztendlich der Hass auf die Folgen eines kapitalistisch deformierten wissenschaftlichen Fortschritts, der den Menschen zu einem bloßen Anhängsel eines verselbstständigten, widerspruchsvollen und irrationalen kapitalistischen Reproduktionsprozesses zurichtet. Je weiter die wissenschaftliche Revolution den kapitalistischen Rationalisierungsprozess vorantreibt, desto disponibler wird der Mensch in der Wirtschaftssphäre.

Gerade in der zunehmenden Verdrängung von Arbeitskraft aus der Sphäre der Warenproduktion tritt der widersprüchliche Charakter wissenschaftlichen Fortschritts im Kapitalismus: einerseits als Potenzial postkapitalistischer Emanzipation, andrerseits als konkretes spätkapitalistisches Verhängnis, bei dem ganze Regionen der USA deindustrialisiert wurden. Ein kapitalistisch verstümmelter Wissenschaftsbetrieb, der unfähig zur kritischen Reflexion der eigenen Stellung im kapitalistischen Reproduktionsprozess ist, trägt somit zum Aufkommen der irrationalen Kräfte bei, die sich gegen Wissenschaft als solch wenden.

Solange aber der Ausbruch aus dem kapitalistischen Gedankengefängnis nicht gewagt wird, kann eine jede wissenschaftliche Innovation in einer Industrie nur mit zur Angst um den Arbeitsplatz führen. Im Ressentiment gegen die Wissenschaft, das sich insbesondere in der Anhängerschaft populistischer Bewegungen wie derjenigen Trumps sammelt, kommt letztendlich die unreflektierte Ahnung der eigenen Überflüssigkeit im Spätkapitalismus zum Ausdruck.
Inhaltsverzeichnis

    Vom Aberglauben zum Wissenschaftsglauben
    Die Dialektik der Aufklärung
    Aufklärung und Herrschaft
    Opportunistische Rebellion gegen Wissenschaft

https://www.heise.de/tp/features/Vom-Aberglauben-zum-Wissenschaftsglauben-3704868.html?seite=4
"Vertrauen Sie denen, die nach der Wahrheit suchen, und mißtrauen Sie
denen, die sie gefunden haben."
(André Gide)

Online Hans

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Antw:Die wissenschaftliche Vernichtung des Denkens
« Antwort #2 am: 23. Dez. 2017 - 11:20:28 »
Chemiegiganten dürfen weiterhin Menschenleben gefährden
Veröffentlicht am 22. Dezember 2017 von hraban57


Lauren Wassers Leidensweg mit Toxischem Schocksyndrom

Der chemischen Verbindungen, die Mensch sich erdacht und eigener Spezies tagtäglich zumutet, gibt es stets neue, wobei in erster Linie der Profit im Visier einer chemischen Industrie. Genau deshalb wird dermaßen rücksichtslos gehandelt, ganze Rechts-abteilungen jedwede Schadensklagen abschmettern, selbst die Gesetzgebung etliche Lücken aufweist, die sich jene windige Praxis zu Nutzen macht.

Lauren Wassers Leidensweg mit dem Toxischen Schocksyndrom (TSS), ein Tampon kostete sie fast das Leben, betrifft zwar statistisch einen Menschen auf 100.000, aber selbst dies darf niemals ein Argument sein, jenes Martyrium seitens der Chemiegiganten in Kauf zu nehmen.
Vom erfolgreichen Model zum Opfer der Binde Kotex von Kimberly-Clark

Ein simples Tampon verantwortlich für die Folgekrankheiten, die das erfolgreiche Model Lauren Wasser erlitt? Man mag es kaum glauben, aber die Firma Kimberly-Clark scheint kein Interesse daran zu haben, einsichtig das Tampon vom Markt zu nehmen.

Nachdem die damals 24-Jährige gerade so dem Tod von der Schippe springen konnte, vor der festgestellten Diagnose des Toxischen Schocksyndroms erlitt sie nach hohem Fieber schließlich einen Herzinfarkt, eine Lungenentzündung bishin zu Nierenversagen. Danach erfolgte der erschreckende Befund, sie wurde in ein medizinisch induziertes Koma versetzt, es wurden mehrere Bluttransfusionen durchgeführt, am Ende mußten die Ärzte ihr das rechte Bein ambutieren sowie drei Zehen an ihrem linken Fuß.

Inzwischen steht die Ambutation ihres zweiten Beines bevor, läßt sich der Eingriff nicht vermeiden, um ihr Leben zu retten. Es versteht sich von selbst, daß die Betroffene sich an die Öffentlichkeit wendet, vor allem andere Frauen eindringlich warnt,  gefahrlose Tampons fordert.
Wer stoppt eine derartig verantwortungslose chemische Industrie?

Im Grunde genommen haben wir alle selbst dies in der Hand, indem wir die gewählte Politik auffordern, mit entsprechenden Gesetzen sie letztlich zu zwingen. Bekanntlich beißt man nicht die Hand, die einen füttert. Der Einfluß und somit das Diktat der Chemiegiganten spielt wohl doch eine größere Rolle als ein betroffenes Menschenleben. Wir erleben es doch auch bei den Tricksereien der Zutatenlisten in Lebensmitteln.

Das scheint die Lebensmittelindustrie kaum zu berühren, geschweige denn ernsthaft betroffene Verbraucher schützen zu wollen. Nur mit entsprechendem gesetzlichen Druck funktioniert es eher. Welch dramatisch traurige Erkenntnis. Man könnte auch schlichtweg behaupten, daß eine gewisse kriminelle Einstellung mitschwingt.

Mutter Erde hat genügend Antworten parat, inwieweit natürliche Kreisläufe ein sinnvolles Miteinander rechtfertigen. Nur der Mensch scheint sich seiner Rolle nicht mehr bewußt zu sein, deshalb zerstört er sie bedenkenlos, um dies auch noch als Fortschritt zu bezeichnen.

Lotar Martin Kamm
https://querdenkende.com/2017/12/22/chemiegiganten-duerfen-weiterhin-menschenleben-gefaehrden/
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(André Gide)